



Klimawegweiser Osterbek
Projekttyp
Klimaanpassungskonzept
Ort
Hamburg
Laufzeit
2024 - 2025
Auftraggeber
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Team
Sabine Rabe, Sandra Holst, Steffen Hehn
Am Beispiel der 16 km langen Landschaftsachse Osterbek untersucht der Klimawegweiser, wie das Hamburger Grüne Netz zur klimaresilienten Stadtentwicklung beiträgt. Die Achse durchzieht auf ihrem Weg von der Außenalster bis zum nordöstlichen Stadtrand elf Stadtteile mit sehr heterogenen Raumcharakteren.
Im Zentrum steht ein Konzept, das erstmals die klimatischen Leistungen einer gesamten Landschaftsachse systematisch erfasst: Kaltluftproduktion und -transport, Verdunstungskühlung, natürlicher Wasserhaushalt, Überflutungsvorsorge, CO₂-Speicherung, Biodiversität und Erholungsfunktion. Auf dieser Grundlage werden zehn übertragbare Raumtypologien identifiziert: von urbanen Kanälen über Straßenräume, Kleingärten und Stillgewässer bis zu Mooren und Waldlandschaften. Diesen werden jeweils spezifische Klimaanpassungsmaßnahmen zugeordnet.
Besondere konzeptionelle Kraft entfaltet die Idee des „Quellquartiers“ in Bramfeld: Wo die Landschaftsachse heute im Siedlungsgebiet verschwindet, soll ein klimaangepasstes Quartier die Quelle der Osterbek stärken. Niederschlagswasser aus Dächern, Straßen und Plätzen wird gesammelt, gereinigt und über gestufte „Quelltöpfe“ der Osterbek zugeführt. So wird aus einer unscheinbaren Klimabarriere ein erlebbarer, wasserführender Auftakt der Landschaftsachse.
Der Klimawegweiser übersetzt die analysierten Erkenntnisse in ein Arbeitsinstrument für Verwaltung und Planung, das die Entwicklung weiterer Landschaftsachsen fundiert und die Verbindung von Klimaanpassung, Ökologie und Lebensqualität stärkt.