



Magistralengutachten B73 Harburg
Projekttyp
Gutachten, Beteiligung
Ort
Hamburg-Harburg
Laufzeit
2023-2025
Auftraggeber
Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Harburg, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Team
Sabine Rabe, Charlotte Soppa, Tim Andlauer, Mathias Neitzel, Sandra Holst
Kooperation
yellow z, ARGUS Stadt & Verkehr
DDie B 73 durchzieht als vierspurige Hauptverkehrsachse den Hamburger Bezirk Harburg auf 12,8 km Länge größtenteils entlang des Übergangs zwischen Geest und Marsch. Das Magistralengutachten erarbeitet ein Zukunftsbild für die klimaangepasste Entwicklung dieses Stadtraums.
Das Konzept addressiert eine wassersensible Straßenraumgestaltung: Da weite Teile der Magistrale im Wasserschutzgebiet Süderelbmarsch/Harburger Berge liegen, wird konsequent zwischen unbelastetem Wasser von Geh- und Radwegen, das dezentral versickert und zur Baumbewässerung genutzt wird – und stark belastetem Fahrbahnwasser unterschieden, das über gedichtete Mulden zentralen Retentionsbodenfiltern zugeführt wird. Ein Grünanteil von mindestens 15 % des Straßenquerschnitts sichert den Schutz des Baumbestands und die Entwicklung einer durchgehenden, zweireihigen Allee, die Verdunstungskühlung und Mikroklima verbessert und einen zusammenhängenden Charakter der Straße stärkt.
Das Konzept begreift die Magistrale zudem als Teil eines größeren landschaftlichen Zusammenhangs: „Landschaftsfenster“ öffnen Blickbeziehungen zu Geest, Marsch und angrenzenden Grünräumen und machen deren Qualitäten im Straßenraum erlebbar. Neue Querungsmöglichkeiten stärken den Biotopverbund und die Durchlässigkeit für Menschen, Tiere und Pflanzen zwischen den umliegenden Landschaftsräumen. Bestehende Parks und Plätze werden hinsichtlich Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Hitzeresilienz aufgewertet.
So entsteht aus einer monofunktionalen Verkehrsachse schrittweise eine grün-blaue Magistrale, die ökologische Vernetzung, Klimaanpassung und städtebauliche Identität miteinander verbindet